Ev. Gemeindezentrum

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 Flyer zur Kapelle

kapelleDie Klarenthaler Kapelle ist nicht identisch mit der eigentlichen Klosterkirche, die 1296 von dem deutschen König Adolf von Nassau gestiftet wurde. Diese zerfiel im 30jährigen Krieg und in der Folgezeit immer mehr. Nachdem die Klosterkirche schon gegen Ende des 17. Jahrhunderts nur noch als Ruine vorhanden war, in der niemals mehr Gottes Lob erschallen sollte, wurden ab 1718 erstmals wieder Gottesdienste in Klarenthal gehalten, und zwar zunächst in Privaträumen. Auf Bitten des Kloster- gutsverwalters wurde 1730 eine Kapelle in einem Teil des ehemaligen Kreuzganges errichtet. Die Bauarbeiten führte der fürstliche Baumeister Bager durch, die Kosten beliefen sich auf 407 Gulden. Dieses kleine Gotteshaus, das sich nur durch sein Glockentürmchen von den Gebäuden der Nachbarschaft abhebt, ist sehr einfach und nüchtern gehalten. Weder Gemälde noch Bildwerk schmücken den Raum.

taufgeschirrNur der Taufstein stammt noch aus dem Kloster.1780 hatte man sogar eine kleine Orgel angeschafft, und es war auch eine kleine Glocke vorhanden, die die Inschrift trug „ Goß mich Georg Christoff Roth 1732 in Mainz“. Zum Inventar gehörten außerdem eine alte Bibel von 1780, ein Kelch mit Patene und Hostiengefäß von 1780 und zwei Zinnkannen. Diese sind heute noch im Gottesdienstraum der Ev. Kirchengemeinde zu sehen.

kirchenbuchSeit Beginn des. 18. Jahrhunderts versahen die Rektoren der Wiesbadener Lateinschule den Gottesdienst. Die jeweiligen Pfarrer führten auch ein eigenes Kirchenbuch, in dem die Taufen, Trauungen und Todesfälle eingetragen wurden. Man findet darin aber auch noch einige interessante Anmerkungen, die uns einen Eindruck von den damaligen Bewohnern und ihren Problemen geben. Die kleine Kapelle war und ist auch heute noch für Trauungen sehr beliebt. Im Jahr 1825 löste ein Wiesbadener Pfarrer den Rektor der Lateinschule ab.

friedhofKlarenthal besaß sogar einen eigenen Friedhof. Sicher war schon in der Klosterzeit ein eigener Begräbnisort für die Nonnen und Laienschwestern vorhanden. Wo sich dieser allerdings befunden hat, wissen wir nicht. Doch als im Kloster das Landeshospital eingerichtet worden war, das vorwiegend von alten und kranken Menschen bewohnt war, kam es sicher zu vielen Todesfällen, so dass ein Friedhof notwendig geworden war.1812 wurde er sogar vergrößert und mit einer Mauer umgeben. Ein Teil ist heute noch vorhanden, und es stehen dort die beiden letzten vorhandenen Grabdenkmäler. Bis in das Jahr 1869 wurde der Friedhof benutzt.

bronzetafelIm Laufe zweier Jahrhunderts war das Kirchlein recht verwahrlost, beinah baufällig geworden. Man befürchtete schon, dass man es niederlegen müsse, aber unter erheblichen Kosten gelang es, die Kapelle wieder herzustellen. Die bei der Wiederherstellung neu hervorge- tretenen zwei Spitzbögen des früheren Kreuzganges sind jetzt von außen wieder sichtbar geworden. Eine vom Staatsbauamt neben der Eingangstür angebrachte Bronzetafel verkündet:

Diese Kapelle wurde 1730 auf dem Gelände des 1296 von dem deutschen König Adolf von Nassau gegründeten Klosters erbaut. In der einstigen Klosterkirche wurde Königin Imagina, die Gemahlin des Königs, beigesetzt.
 

orgelIm Inneren der Kapelle bildet den Hauptschmuck der Altarwand der Grabstein der Elisabeth Herold aus Oppenheim mit ihren beiden Töchtern aus dem 14. Jahrhundert. Neben dem Altar steht ein alter Taufstein mit verziertem hölzernen Deckel. Er stammt wohl noch aus der Klosterzeit. Die alte Orgel wurde 1780 erworben. Man hat sie wieder Instand gesetzt und ihr eine neue stilgerechte Holzverkleidung gegeben.

Der Kanzel, die vorher dicht hinter dem Altar stand, hat man einen besseren Platz der Ostwand der Kapelle gegeben.
 

wappenBeim Ausgang aus der Kirche erblicken wir ein Portal mit dem Wappen des Grafen von Nassau – Weilburg – Saarbrücken. Es wurde 1623 bei der Einrichtung des Hospitals an dem ehemaligen Äbtissinnenhaus angebracht, und als dieses Haus 1940 abgerissen wurde, fand das Portal in der Kirche diesen Platz.

Dass es gelang, diese alte, kleine Kirche zu erhalten und in angemessener Weise umzugestalten, ist vor allem Herrn Pfarrer Metzler von der Kreuzkirche zu verdanken.
 
Vom Kloster zur Kapelle
clarenthal Stiftung durch König von Nassau 1296
Klarissenkloster 1296-1559
Landeshospital 1607-1635
Spiegelglasfabrik 1706-1723
Papiermühle 1724-1840
Bau der ersten Häuser in Alt-Klarenthal 1700
Bau der Kapelle 1730
Bau der Lahnstraße mit Steinen vom Kloster 1756
     
Verschiedene Ansichten der Kapelle - Hier
     

Dies ist die Interpretation eines Stückes von John Stanley (1713 - 1786). Die Musik ist aus der Bauzeit der Orgel in der Klosterkapelle.